Camarguepferd
Herkunft
Das Camarguepferd gehört zu den ältesten Rassen. Es lebt bereits seit Tausenden von Jahren in Freiheit im Rhónedelta in der Camargue. Ihre Abstammung ist nicht wirklich richtig nachgewiesen. Verschiedene Experten vermuten in diesen Pferden die Nachkommen der eiszeitlichen Solutré- Pferde. Andere wiederum vermuten, dass die schnellen Nordafrikaner, die Berber, Urahnen der Camarguepferde sind. Diese anmutigen „weißen Pferde der Camargue“ leben auch heute noch halbwild in den Sümpfen und auf den Weiden Südfrankreichs. Sie sind hier in so genannten Manaden von 40 bis 50 Tieren anzutreffen. Sie werden aber in regelmäßigen Abständen untersucht. Bei dieser Gelegenheit erhalten die Fohlen ein Brandzeichen. Hengste, welche zuchtuntauglich sind werden dann im Alter von drei Jahren eingefangen und kastriert. Seit dem Jahr 1968 besteht das Camarguepferd als eigene Rasse.
Exterieur
Das Camarguepferd kann ein Stockmass zwischen 132 und 144 cm erreichen. Der Kopf ist verhältnismäßig schwer mit einem geraden oder ramsköpfigen Profil und einer breiten Stirn. Die Ganaschen sind besonders ausladend. Die Augen sind groß und ausdrucksstark. Die Ohren sind klein und am Ansatz breit. Im Vergleich zu anderen Pferderassen stehen sie mehr seitlich. Der Hals ist kurz und geht ganz unauffällig in die kurzen und geraden Schultern über. Dies ähnelt sehr stark dem afrikanischen Berber. Der Widerrist ist wenig ausgeprägt mit einer breiten und schrägen Kruppe. Der Schweif ist genau wie die Mähne struppig. Er ist tief angesetzt. Die Brust ist breit. Die Gliedmaßen sind kurz, schön geformt und sehr kräftig. Die Sprunggelenke sind breit und gut abgewinkelt. Die Sehnen sind trocken und fest. Die Hufe sind breit und kräftig. Sie werden kaum beschlagen.
Am häufigsten sind Schimmel mit einem weißen und glänzenden Fell vertreten. Sehr selten sind Braune und Dunkelbraune vorhanden.
Diese Pferde sind normal erst mit fünf bis sieben ausgewachsen und sehr langlebig.
Verwendung
Das Camarguepferd ist sehr ruhig, fügsam, unerschrocken und wendig. Es ist ein guter Arbeiter. Es ist ein unentbehrlicher Helfer der Hirten. Sie werden auch gern zum Hüten und Zusammentreiben der Kampfstiere eingesetzt. Dazu werden sie dann zugeritten. Gern wird es auch als Freizeit- und Tourismusreittier genutzt.