Berber

Herkunft

Der Berber stammt aus Nordafrika, dem einstigen Reich der Berber. Wie auch der Araber ist der Berber an der Entstehung vieler Rassen beteiligt. Höhlenzeichnungen aus Nordafrika belegen, dass es dort schon sehr lange vor unserer Zeitrechnung solche Pferde gab. Als dann im 3. Jahrhundert die Vandalen in Nordafrika eindrangen, kreuzten sie ihre schweren Transportpferde mit den Afrikanern. Die richtige Zucht des Berbers begann aber erst mit der Herrschaft des Islam. Die Mauren brachten dann um 800 n.Chr. viele dieser Tiere mit nach Spanien.

Dort wurden sie mit heimischen Pferden verpaart. Es entstand so der Andalusier. Durch die Rennleidenschaft Karls II. von England wurden viele dieser schnellen Pferde nach England geholt. Sie sind so an der Entstehung des Englischen Vollbluts beteiligt. Ebenfalls tragen viele amerikanische Pferderassen oder auch die Lipizzaner und Camarguepferde Berberblut in sich.

Exterieur

Der Berber erreicht ein Stockmass zwischen 145 und 157 cm. Der Kopf ist lang mit einem geraden oder konvexen Profil in schmaler Form und weiten Nüstern. Er erinnert an die typischen Urpferde. Die Augen sind groß und sehr lebhaft. Die Ohren sind ständig in Bewegung und sehr aufmerksam. Der Hals ist mittellang, muskulös und geschwungen. Der Widerrist ist ausgeprägt mit einer markanten und schrägen Kruppe. Der Schweif ist tief angesetzt. Die Schultern sind lang, flach und fallen etwas schräg ab. Die Brust ist weit, fest und etwas gerundet. Die Gliedmaßen sind stark und lang mit breiten Sprunggelenken. Die Sehnen sind trocken und zeichnen sich ab. Die Hufe sind klein und sehr belastbar. Mitunter können sie zu schmal sein.

Das Fell ist sehr fein, kurz, weich und seidig. Die Mähne und auch der Schweif sind dicht und fließend. Beim Berber sind Braune, Dunkelbraune, Füchse, Rappen und auch Schimmel vertreten.

Verwendung

Der Berber ist unerschrocken und sehr schnell, sanftmütig und mutig. Manchmal kann er auch etwas unberechenbar sein. Das „klassische Wüstenpferd“ ist besonders widerstandsfähig gegen Hitze und Trockenheit. Es passt sich sehr schnell an große Temperaturschwankungen an.

Der Berber eignet sich besonders für alle Disziplinen des Reit- und Fahrsports, auch zum Westernreiten.